17.02.2015 WAZ – Kurz ist der Weg zur Innenstadt

Die Kronenstraße – unscheinbares Verbindungsglied für Fußgänger und Autofahrer. Es fehlen Geschäfte und Parkplätze. In der Nachbarschaft leben viele Nationen.

Die Kronenstraße verbindet die Kessel- mit der Sprockhöveler Straße und ist mit 668 Metern recht kurz. Sie verläuft von Ost nach West und wurde am 13. November 1874 nach dem Hevener Stadtteil Krone benannt.

Früher prägte die alte Eisenbahnersiedlung „Linsenberg“ aus dem Jahr 1869 die Straße. Die kleinen Ziegelsteinhäuser auf der Anhöhe wurden größtenteils abgerissen, die Wohnungsgenossenschaft Witten-Mitte baute dort neue Mehrfamilienhäuser. Ein Teil der Siedlung am Straßenanfang steht unter Denkmalschutz und wurde saniert. Die barrierefreien Wohnungen dort sind für Mitglieder mit erworbener Hirnschädigung vorgesehen.

Die Kronenstraße ist außerdem die einzige Zufahrt zum Weichenwerk Witten/Oberbaustoffe, was zu regelmäßigem Schwerlastverkehr in der engen Wohnstraße führt.

Ein Kunstprojekt ließ die Eisenbahnunterführung einst dunkelblau erstrahlen, doch die Farbe ist inzwischen verwittert. Das ehemalige Moll-Gelände liegt als ungenutzte Brachfläche brach. Insgesamt ist die Kronenstraße vor allem eine Durchgangsstraße für Fußgänger und Autofahrer.

Stimmen aus der Nachbarschaft

Laura Bosco (17) nutzt die Straße täglich als Schulweg zum Ruhr-Gymnasium. „Der Weg ist nicht besonders attraktiv, aber die kürzeste Verbindung zur City. Der 375er-Bus fährt hier, aber nur selten. Zu Stoßzeiten wird es ziemlich eng.“

Olga Krause (64) wohnt seit über 20 Jahren hier: „Die Häuser waren damals neu, gebaut von der Genossenschaft. Die Nachbarschaft ist bunt gemischt, wir fühlen uns wohl – trotz Weichenwerk und Sportanlage. Einziger Ärger: Manchmal wird der Müll nicht rechtzeitig abgeholt.“

Paul Leis (76) beobachtet die Veränderungen: „Die alten Eisenbahnerhäuser sind weg, der Verkehr hat zugenommen. Die Brücke am Moll-Gelände sollte endlich abgerissen werden. Früher war es hier ruhiger.“

Verena Bonomo (29) schätzt die zentrale Lage: „Stadtnah und schnell im Wald. Die Hausgemeinschaft ist gut, die Nachbarschaft aber durchwachsen. Parkplätze fehlen überall.“