10/2014 WAZ – Kreisverkehr Herbede

Sponsoren und Bürgermeisterin enthüllten neues Kreisel-Kunstwerk – im Ort gibt es Lob und Kritik

Mit einem kräftigen Ruck fiel die weiße Hülle: Auf „drei“ sollte blankgezogen werden. Zahlreiche Sponsoren hatten sich am Kreisverkehr in Herbede eingefunden, um das neue Kunstwerk von Angelika Pietsch am Ortseingang offiziell willkommen zu heißen.

Dort stehen sie nun – drei schlanke Stahlfiguren, die Künstlerin Angelika Pietsch „Wegweisend“ nannte. Ihre Körper deuten in verschiedene Richtungen: zur Meesmannstraße, zum alten Rathaus und zur Ortsmitte.

Geteilte Meinungen

Bürgermeisterin Sonja Leidemann lobte das Werk als „Krönung für Herbede“, doch nicht alle sind begeistert. Der Bau hatte den Verkehr zwei Wochen lang stark belastet. Einige Einwohner vergleichen die nackten Stahlflächen kritisch mit Richard Serras „Terminal“ am Bochumer Hauptbahnhof, das als „rostiges Klo“ gilt. „Solche Assoziationen wollen wir hier nicht“, hieß es.

Künstlerin wehrt sich

Pietsch weist diese Vergleiche zurück: „Das Material ist zwar ähnlich, als Hommage an die Wittener Schwerindustrie, aber bei mir steht der Mensch und die Begegnung im Mittelpunkt.“ Im Dorf nennen viele die Skulptur inzwischen „Die drei Herbeder“. Pietsch freut sich besonders auf die geplante Begrünung des Hügels und Lichtinstallationen, die das Kunstwerk künftig hervorheben sollen.

Dank an Sponsoren

Das Projekt wurde durch zahlreiche Unternehmen möglich gemacht, darunter Voss Federn, Lohmann Stahl, Rödiger Bauunternehmung, die Wohnungsgenossenschaft Witten-Mitte und Stadtwerke Witten. Einige Sponsoren bleiben anonym.

Stimmen aus der Nachbarschaft

  • Karin Bathe: „Fehlplanung! Die Stadt ist hoch verschuldet, das Geld hätte man besser ausgeben können. Blumen hätten gereicht.“

  • Willi Pieper: „Das Kunstwerk ist okay, aber eine Rostschutzfarbe wäre besser gewesen. In Bochum rosten solche Skulpturen sehr stark.“

  • Ursula Maquaß: „Ich finde es schön, passt gut zum Ruhrgebiet. Wenn es noch mehr rostet, wird es sogar eindrucksvoller.“

  • Dieter Müller: „Ich hätte lieber einen Felsen mit dem Herbeder Wappen gesehen. Von der Brücke aus sieht es aber gut aus. Schön, dass die Ecke nun belebt ist.“

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