04.10.2014 Ruhrnachrichten – Die Grenze der Belastbarkeit – Grundsteuererhöhung

Wohnungsgenossenschaft: Höhere Grundsteuer würgt Investitionen ab

WITTEN. Eine ganze Kaskade negativer Folgen für die Bewohner der Stadt befürchtet die Wohnungsgenossenschaft Witten-Mitte angesichts des Ratsbeschlusses, die Grundsteuer auf einen Hebesatz von 910 Punkten zu erhöhen – sollte sich keine andere Möglichkeit zur Entlastung der Gemeindefinanzen finden.

Der Mieterinnenverein Witten und Umgebung sowie die Wohnungsgenossenschaft Witten-Mitte warnen vor den Folgen der geplanten Anhebung der Grundsteuer auf 910 Punkte ab 2016.

„Das wird die Wohnsituation vieler Menschen verschlechtern“, so Frank Nolte, Vorstand der Genossenschaft und Sprecher der Wittener Wohnungsunternehmen. Die Warmmieten in Witten seien bereits am Limit, daher könne die Steuererhöhung nicht einfach auf die Mieter umgelegt werden. Stattdessen drohten Einsparungen bei wichtigen Investitionen wie energetischer Sanierung und altersgerechtem Wohnungsbau.

Alexander Rychter vom Verband der Wohnungswirtschaft betont: „Wohnungsgenossenschaften werden zu Inkasso-Betrieben der Kommunen gemacht.“ Die Folge für die Mieter könnten Erhöhungen von etwa 13 Cent pro Quadratmeter sein.

Knut Unger vom Mieterinnenverein warnt, dass besonders sozial schwache Mieter durch die steigenden Kosten verdrängt werden könnten – eine Entwicklung, die sich durch die Steueranhebung verschärfen werde.